Felder der Selbstführung: Prozesse & Strukturen
Dienstag, Januar 20th, 200960 Interviews mit Führungskräften und „führenden Kräften“ habe ich nunmehr geführt und derzeit schreibe ich das Buch zum Projekt. Hinsichtlich der Methoden und Instrumente der Selbstorganisation zeigt sich, dass das faszinierendste Instrument nichts nützt, wenn man es nicht beherrscht. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um ein klassisches „Zeitplanbuch“ handelt (was vor allem in den 80er Jahren angesagt war) oder um Kleincomputer (PDAs) oder „Smartphones.“ Es überrascht folglich nicht, wenn ich in meinen Gesprächen die Erkenntnis gewonnen habe, dass erfolgreiche Führungskräfte sich zur Selbstorganisation diejenigen Instrumente und Methoden gewählt haben, die zu ihnen passen und die sie beherrschen – und keinen Moden folgen.
Wenngleich ich viele positive Beispiele unter den Gesprächspartnern finden konnte, so zeigen sich doch noch Verbesserungsmöglichkeiten. Z.B. findet nur selten eine Art „Geschäftsprozessoptimierung (GPO) in eigener Sache“ statt.
Für eine wirksame Selbstorganisation ist es von entscheidender Bedeutung, die eigenen (Arbeits-) Prozesse zu kennen und in entsprechende Strukturen zu integrieren. Die Leitfragen sind für mich:
- Wie organisiere ich mich?
- Welche Struktur gebe ich meinen Tätigkeiten?
- Welche hilfreichen Gewohnheiten kann ich entwickeln?
- Welche Methoden nutze ich konkret (Zeit-, Projektmanagement, Planung, Kreativität…)?
Selbstführung gelingt nur dann, wenn ich die eigenen Fähigkeiten und Potenziale erkenne und deren Weiterentwicklung betreibe - das wird in den Gesprächen immer wieder deutlich. Im Zusammenhang wirksamer Arbeitsprozesse und –strukturen ist es primär wichtig, die zentralen persönlichen Kernaufgaben und Verantwortungsbereiche zu kennen. Daraus leiten sich diejenigen Tagesaufgaben ab, auf die ich mich jeden Tag fokussieren muss – die MITs, wie der Blogger Leo Babauta formuliert, die Most Important Tasks.
Obwohl es auch ein „workflow“ ist, denken zu wenige Führungskräfte über ihre eigenen Arbeitssprozesse in strukturierter Form nach. Schon das Erfassen der Tätigkeiten – wo bleibt eigentlich meine Zeit? – kann für Transparenz sorgen. Und bereits eine einfache Visualisierung der Abläufe in den Führungstätigkeiten kann die Augen öffnen und kontraproduktive Routinen, suboptimale Abläufe und unnötige Störungen erkennen lassen. Zudem gibt es zahlreiche Berater, die Unterstützung anbieten und z.B. Ablagesysteme und Büroorganisation optimieren. Natürlich dürften Fragen der persönlichen Arbeitsmethodik auch immer wieder Thema in Coachings sein.
Die Selbst-Analyse in diesem Bereich (Prozesse & Strukturen) ist aus meiner Sicht von dieser Reihenfolge abhängig:
Um meine Vision zu verwirklichen bzw. meine Ziele zu erreichen:
• welche Prozesse
• in welchen Strukturen
• mit welchen Methoden
• unter Zuhilfenahme welcher Instrumente
• habe oder will ich koordinieren und erfolgreich bewältigen?
• Und wie gelingt mir dies (Ergebniskontrolle)?

