Archive for Februar, 2007

Ich verabschiede mich als Nebenberuflicher Professor – und bleibe als Lehrbeauftragter erhalten

Montag, Februar 26th, 2007

Nach über drei Jahren endet mein Vertrag als Nebenberuflicher Professor an der FHOS zum Ende Februar. Ich habe seit dem Januar 2004 Einblicke in die Organisation einer Hochschule nehmen können; in der Rückschau sind vor allem Projekte mit Kollegen (z.B. Symposium zum Hochschul- und Wissenschaftsmanagement mit F. Ziegele) besonders erbaulich gewesen. Insgesamt war es gut, eine weiterhin wachsende Hochschule von innen zu unterstützen.
Dass ich Probleme mit bürokratischen Verfahren innerhalb der Hochschule haben würde und dass ich den Abbau des “Mittelbaus” und die Rückdelegation von Unterstützungsarbeiten auf die Lehrenden kritisch sehen würde, war abzusehen, in dem dann erfahrenen Umfang allerdings hier und da doch überraschend. Angesichts stetig steigender Qualitätsanforderungen an die Lehre (und Forschung) ist diese Entwicklung kontraproduktiv (vgl. auch meinen Vortrag zum Projekt Q).
Bereits zur “Halbzeit” hatte ich entschieden, meinen Vertrag nicht zu verlängern, da insbesondere die zeitliche Belastung größer war, als ich angenommen hatte - meine Hauptarbeit als Coach und Organisationsberater wurde beeinträchtigt. So hatte die Hochschule gut eineinhalb Jahre Zeit, einen Nachfolger für mich zu finden.

Foto Institut FHOS

Foto: FH Osnabrück, Gebäude des ehem. Instituts für öffentl. Management


Resumée:
Es ist gut, die Organisation (die Fachhochschule Osnabrück) aus der Innensicht erlebt zu haben. Meine Haupterkenntnis ist, dass ich mit meinen Fähigkeiten die größte Wirkung erziele, wenn ich un-abhängig bin, als freier Coach und Berater.
Für mein Portfolio bleibt die Lehre - neben Coaching, Organisationsberatung und Moderation - ein kleiner, aber wichtiger Bestandteil. Deswegen werde ich in begrenztem Umfang auch weiter Lehraufträge durchführen. Wer lehrt, kann auch besser lernen…

Service macht produktiv – in der Luft

Dienstag, Februar 13th, 2007

(Nachtrag vom 12.02.:) Während ich gerade Larry Wingets schräges Buch It’s called work for a reason komplett durchgelesen habe, fällt mir auf, wie einfach guter Service sein kann: die gesamte Crew dieses Flugs von Sydney nach Kuala Lumpur ist einfach begeistert – und so wird die sonst eher unangenehme Zeit, die man im Flugzeug eingesperrt ist, vergnüglich und erleichtert. Ein Kompliment an diese Mitarbeiter der Malaysian Airline: mit dieser Freude an der Arbeit ermöglichen sie mir eine gute und produktive Zeit!

Change or die – fundierte Erkenntnisse zum Thema Veränderung

Freitag, Februar 2nd, 2007

Alan Deutschmans brandaktuelles Buch „Change Or Die“ (Regan/Harper Collins, New York 2007) zeigt die Bedingungen auf, unter denen Wandel – auch und gerade persönlicher Wandel – möglich ist. Er untersucht Erfolgsbeispiele aus unterschiedlichen Feldern: Herzpatienten, bei denen es eine Frage von Leben oder Tod ist, ob sie ihre Gewohnheiten dauerhaft ändern; Kriminelle, die erstmals aus ihrer Abwärtsspirale ausbrechen; Unternehmen wie IBM, die gerade wegen ihrer früheren Erfolge zu drastischen Veränderungen gezwungen werden.
Deutschman macht drei wesentliche Schlüsselfaktoren für erfolgreiche, nachhaltige Veränderungen aus: Relate, Repeat, Reframe.
Unter „relate“ versteht er die Unterstützung durch externe Personen, die vor allem Hoffnung vermitteln: You form a new, emotional relationship with a person or community that inspires and sustains hope. (Seite 14).
„Repeat“, der zweite Schlüsselfaktor, betont die Notwendigkeit des Wiederholens, des Trainings: The new relationship helps you learn, practice, and master the new habits and skills that you’ll need. (Seite 15)
Schließlich geht es unter dem Stichwort „Reframe“ darum, die neue gelernten Verhaltensweisen oder Einstellungen so zu verinnerlichen, das sie fest verankert werden.
In der Kurzfassung liest sich das nicht einmal so spektakulär. Dennoch gelingt es dem Autor derart überzeugende Fallbeispiele darzulegen, dass auch ein starker Kritiker zumindest eine ausgezeichnete journalistische Recherche anerkennen muss - Deutschman hat für FORTUNE geschrieben und ist derzeit vor allem für FAST COMPANY MAGAZINE tätig. Und er besitzt ausgezeichnete Zugänge zu Vorständen multinationaler Unternehmen, zu hochrangigen Wissenschaftlern aus angewandter Medizin, Psychologie und Neurologie.
Was das Buch aus meiner Sicht so überzeugend macht, ist die Fähigkeit des Autors, immer wieder den Bezug zum persönlichen Alltag herzustellen. Deutschman ist glaubwürdig, er bezieht sich selbst und seine eigenen komplexen Veränderungsprozessen in sein Werk mit ein.